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Paraguay: Sojamonokulturen

Werner Schubert | 06.10.2011 15:42 | Bio-technology | Ecology | Health | Cambridge | Oxford

„Für das Leben“ ....... In Paraguay wächst der Wider­stand gegen Paraguay: Noch vor 30 Jahren war hier alles mit Wald bedeckt Sojamonokulturen. In den letzten Jahren ist Para­guay zum weltweit viert­größten Soja exporteur aufgestiegen. Der Soja Bedarf der Industrieländer bedeutet Hunger und Vertreibung für die Landbevölkerung, die verzweifelt um den Erhalt ihrer Lebensgrundlagen kämpft. „Noch vor 30 Jahren war hier alles mit Wald bedeckt“, erinnert sich Gerónimo Arévalo und schwenkt den Arm in einer weiten Geste über die Sojafelder die sich bis zum Horizont erstrecken. „Heute leben wir in einem Meer aus Soja“, sagt der Öko Landwirt, dessen Gemeinde im östlichen Alto Paraná von Sojafeldern umringt ist. Bereits in den 1970er Jahren wurden hier Sojamonokulturen im großen Stil angelegt. Von Brasilien kom­mend hielt die „grüné Revo­lu­tion“ Einzug, eine industrialisierte Land­wirtschaft die auf riesigen Flächen bis heute gigantische Erträge erzielt.

soja-statt-regenwald
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Paraguay gehört zum über 40 Millionen Hektar großen „Sojagürtel Südamerikas“. Dazu zählen neben Paraguay der Süden Brasiliens, Nord-Argentinien, das östliche Bolivien sowie Teile Uruguays.

In Geró­nimos Gemeinde bewirt­schaften 44 Fami­lien 500 Hektar Land als Selbstversorgerinnen. In kleinen Mischkulturen bauen sie die Hauptnahrungsmittel Maniok und Mais, Bohnen, Erdnüsse, Gemüse und etwas Sesam zum Ver­kaufen an. Tiere laufen frei umher, ein Bach plät­schert munter vor sich hin. Doch die Idylle trügt: „Kinder werden blind, Schwangere verlieren ihre Babys, unsere Tiere sterben“ erklärt Gerónimo die Folgen der Ackergifte, die auf den Sojafeldern rundherum regelmäßig versprüht werden. Mit den gentechnisch veränderten Sojasorten, die seit Ende der 1990er Jahre angebaut werden, ist die Belastung enorm gestiegen. Mittler­weile wird zu über 90 Prozent der angebauten Soja gentechnisch verändert. Die Pflanzen wurden gegen bestimmte Breitbandherbizide resistent gemacht, die alles außer den genetisch veränderten Sojapflanzen abtöten. Hersteller, wie Monsanto mit seinem „Roundup Ready“, versprechen mehr Ertrag bei weniger Pestizideinsatz.

Doch „mit der trans­genen Soja verringert sich der Einsatz der Ackergifte nicht, im Gegenteil“, betont der Agraringenieur Pedro Peralta von der Nichtregierungsorganisation CECTEC, die nachhaltige Landwirt­schaft von Kleinbäuerinnen und -bauern fördert. Seit 15 Jahren beobachtet er die Nebenwirkungen der Sojaexpansion: „Heutzu­tage werden die Chemikalien viel aggressiver versprüht, weil es in den gigantischen Monokulturen bei Krankheiten oder Plagen keine natürliche Regulation mehr gibt. Also werden mehr Fungizide, Herbizide und Pestizide eingesetzt,“ erklärt er weiter: „Bis zu fünf Mal zwischen der Aussaat im September und der Ernte im Januar.“ Nicht nur ausgelaugte Böden, Erosion und vergiftete Gewässer sind die Folge, insbeson­dere die familiäre Subsistenzwirt­schaft der Kleinbäuerinnen und –bauern ist betroffen „weil die Pflanzen auf ihren Äckern verdorren und sie selbst krank werden“, so Peralta.
Für die Landbevölkerung bedeuten die Ackergifte einen schleichenden Tod,“ best­tigt auch Dr. Silvia Gonzales vom Forschungsinstitut CEIDRA die Langzeitfolgen der Mittel, die vom Wind kilometerweit getragen werden.

Besonders fatal sei die Applika­tion aus der Luft, die nicht einmal angekün­digt werden muss, so dass die Landbevölkerung nicht recht­zeitig Schutz vor den giftigen Dämpfen suchen könne. Viele Chemikalien, die in Paraguay zum Einsatz kämen, seien in Europa längst als krebserregend verboten. Immer wieder gebe es Todes­fälle, Langzeitfolgen wie Krebs, Haut– und Atemwegserkrankungen nähmen zu. „Der Versuch, gesetzliche Richtlinien zum Schutz der Landbevölkerung zu verbessern, wird immer wieder von der Agrar-Lobby im Parlament boykotiert“, erlebt die energische Soziologin und Anwältin.

Selbst bei Todes­fällen wie dem des elfjährigen Silvino Talavera, der 2003 zweimal in Folge mit Pestizid besprüht wurde, verneinen Sojaunternehmerinnen ihre Verantwortung: „Dann werden immer Beweise dafür gefordert, wodurch der Tod verursacht wurde und schließlich verkünden sie dann, dass die Betroffenen an Unterer­nährung, Durchfall oder Fieber starben, was genau die Sym­ptome sind, die von Ackergiften verursacht werden. Aber es ist sehr schwer, Ursache und Wirkung wissenschaftlich nachzuweisen.“ Solche Untersu­chungen seien langwierig und unerwünscht. Engagierte Medizinerinnen würden oft bedroht. ........... MEHR von Steffi Holz:  http://womblog.de/fr-das-leben

Quelle: Mit freundlicher Erlaubnis der Autorin Steffi Holz und den Lateinamerika Nachrichten zur Wiedergabe hier auf dem womblog. Besten Dank!

Agrarfrage sucht Antworten. ... Ein Dos­sier zu Landkonflikten und Land Grabbing in Lateinamerika.

Wei­tere Artikel zum Thema Land und Freiheit:  http://www.lateinamerikanachrichten.de/index.php?/artikel/4156.html

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Werner Schubert


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